Kerzen aus Stearin – Eine sinnvolle Alternative?

Bereits seit fast zwei Jahrhunderten werden Kerzen aus Stearin hergestellt. Dabei handelt es sich um Gemisch, das aus pflanzlichen sowie tierischen Fetten hergestellt wird und noch vor dem heutzutage weit verbreitetem Paraffin entdeckt wurde. Auf dem Kerzenmarkt ist Paraffin zwar das am meisten eingesetzte Material, doch steigt die Nachfrage nach Stearin in der Kerzenproduktion immer weiter an. Der Grund dafür liegt darin, dass Paraffin ein Nebenprodukt der Erdölverarbeitung ist. Da Öl allgemein jedoch teurer wird, beginnt auch der Preis von Paraffin langsam anzusteigen, sodass Stearin für die Produktion von Kerzen immer attraktiver wird. Doch wo liegen eigentlich die Vorteile des Materials?

Die Vorteile von Stearin-Kerzen

Aktuell liegt der Anteil von reinen Stearinkerzen auf dem Markt bei ungefähr sieben Prozent, jedoch werden Kerzen oftmals aus einer Mischung aus Stearin und Paraffin mit dem Mischverhältnis 20-80 produziert. Kerzen aus Stearin sind oftmals etwas teurer, da die Herstellung aufwändiger ist: Während Paraffinkerzen extrudiert, gepresst und gezogen werden, erfolgt die Produktion von Stearinkerzen lediglich durch das Giessverfahren, was erheblich aufwändiger ist. Allerdings können Stearinkerzen eine wesentlich höhere Qualität gewährleisten als die preiswerte Konkurrenz, denn sie besitzen eine höhere Stabilität und erzeugen während der Nutzung weniger Russ.

Durch die besonderen Eigenschaften des Materials ist ein höherer Schmelzpunkt vorhanden, der zu einer robusteren Form führt. Dies wird nicht nur in Verbindung mit einer Flamme klar, auch bei der Aufbewahrung kann dies eine wichtige Rolle spielen, denn Paraffinkerzen können sich unter Sonneneinstrahlungen verbiegen, während Stearinkerzen bis zu einer Temperatur von 54°C formstabil sind und im Gegensatz zu den Paraffin-Versionen nicht erst weich werden, bevor sie in den flüssigen Zustand wechseln. Dadurch eignet sich diese Kerzenvariante perfekt, um zum Beispiel im Sommer an Freilichtfesten eingesetzt zu werden, da ein höherer Sicherheitsfaktor vorhanden ist.

Umweltbewusste Kerzenherstellung

Da Stearin zu Einhundert Prozent aus Pflanzen und Tieren gewonnen wird, gilt es als besonders umweltfreundlich und CO2-neutral. Da entsprechende Kerzen jedoch oftmals aus Kokos- beziehungsweise Palmöl hergestellt werden, deren Anbau im tropischen Regenwald stattfindet, darf nicht jede Stearinkerze als „Bio-Kerze“ deklariert werden. Wer auf diesen Unterschied Wert legt, der sollte vor dem Kauf nach entsprechenden Siegeln Ausschau halten.

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